Die Qualität der Pflege weiterentwickeln Magazin ARTISET 12

kurz & knapp 30 ARTISET 12 I 2023 kurz & knapp Neugründung privater Spitex Der Verein Spitex-Konolfingen hat das Kursobligatorium in Pflegehilfe für Angehörige, die ihre Nächsten zu Hause betreuen, als Schikane gewertet: Das Bundesgericht setze in seinem Urteil diese Ausbildung für die Grundversorgung nicht voraus. Angehörige sollen also auch ohne Kurs angestellt und von der Krankenkasse entlöhnt werden können. Im November gründete der Verein daher die private «Integrierte ambulante Angehörigenpflege IaAP GmbH», welche Angehörige nach Abklärung vor Ort ohne Pflegehilfekurs anstellt und durch Pflegefachpersonen betreut. Die Firma reicht ihr Betriebskonzept beim Kanton Bern ein, um die Betriebsbewilligung zu erlangen. (chr) Kinder & Jugendliche I: Die Sucht nach digitalen Medien hat bei Jugendlichen die Sucht nach harten Drogen abgelöst. Das ist unter anderem das Fazit von 30 Jahren Suchtprävention in Winterthur. Kinder & Jugendliche II: Im Kanton Solothurn sollen kleine Kinder mit einer Behinderung eine normale Kita besuchen können. Der Kanton soll sich um die Finanzierung kümmern. Gesellschaft: Laut der neuesten Gesundheitsbefragung fühlen sich in der Schweiz 85 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren gesund, allerdings hat die psychische Belastung vor allem bei jungen Frauen zugenommen. Behinderung: Fahrdienste für beeinträchtigte Menschen variieren in der Schweiz stark oder fehlen ganz. Das zeigt eine Studie der ZHAW. Alter I: Die Privatisierung der Alterspflege in der Schweiz schreitet voran: 2022 waren 47,3 Prozent der Alters- und Pflegeheime im Besitz gewinnorientierter Unternehmen. Alter II: Das altbekannte Diabetesmedikament Metformin mindert das Risiko für eine Demenzerkrankung. Dies legt eine neue Studie nahe. Pflege: Die Luzerner Regierung spricht sich gegen die Einsetzung einer pflegeverantwortlichen Person in der kantonalen Verwaltung aus. Man verfüge bereits über eine Fachexpertin Pflege. Béatrice Gysin, Bettina Wohlfender, Mirjam Janett: «Berta», Edition clandestin, 38.40 Franken. Geraubte Kindheit Berta, geboren 1884, war ein Verdingkind. Die Tochter einer Kleinbauernfamilie wird von den Geschwistern getrennt und fremdplatziert, nachdem die Mutter bei der Geburt des fünften Kindes gestorben ist und der Vater dem Alkohol verfällt. Das Leben in der fremden Familie ist herzlos. Bildung und fröhliches Spielen gibt es nicht. Dafür Arbeit und Schikanen. Trotzdem kann Berta später beruflich Fuss fassen und eine Familie gründen. Ihre Enkelin, die Künstlerin Béatrice Gysin, hat die Lebensgeschichte der Grossmutter aufgeschrieben – unterstützt von der Autorin Bettina Wohlfender und der Historikerin Mirjam Janett, die Bertas Geschichte in die Schweizer Sozialgeschichte einordnet. Béatrice Gysin selbst hat das Buch mit Zeichnungen zum Lebensalltag ihrer Grossmutter illustriert.

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